Buchtipps


Liebe Leserinnen und Leser, Freundinnen und Freunde der Buchhandlung Junius!

Das Frühjahr lockt mit neuen Büchern. Überraschend viele Autorinnen und Autoren schreiben über das Ruhrgebiet (auch über Gelsenkirchen) - scharfsinnig, satirisch, analysierend, liebevoll, melancholisch -  und unsere heimischen Literaten sind aktiv und zunehmend erfolgreich. Eine kleine Auswahl finden Sie hier.

Viel Spaß beim Entdecken von neuem Lesestoff!! 

Sabine Piechaczek

Lesenswert- Bücherliste Mai 2022

 

 

Ute Deelmann

Laurent Petitmangin: Was es braucht in der Nacht, DTV, 20,00 €

Ein Vater und seine beiden Söhne versuchen ihr Leben zu leben. Als Eisenbahner bei der SNCF traditionell dem linken Milieu verbunden, muss der Vater hinnehmen, dass sein Ältester der Front National zugewandt ist. Erschütternd, schmerzhaft, wie hier soziale Realitäten beschrieben sind.

Seraina Kobler: Tiefes, dunkles Blau, Diogenes Verlag, 16,00 €

Die junge Polizistin Rosa Zambrano ermittelt am Zürichsee den Tod eines Arztes, bei dem Sie selbst erst kürzlich in Behandlung war. Der Krimi führt uns in die Problematik der neusten Entwicklungen der Fortpflanzungs- und Gentechnik und beleuchtet auch ethische Fragestellungen. Die Spuren führen in viele Richtungen und verführen den Leser mit der reizvollen Schilderung von Zürichsee und Stadt.

 

Bettina Edeler

Veronique Olmi: Die Ungeduldigen, Aufbau Verlag, 24,00 €

Eine katholische Familie im Süden Frankreichs mit drei Mädchen. Die siebziger Jahre beginnen und die Gesellschaft ist im Umbruch. Aus den Kindern werden junge Frauen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen wollen.

 

Remo Rapino: Das wundersame Leben des Liborio Bonfiglio, Kein & Aber, 24,00 €

Liborio Bonfiglio wird 1926 in Armut geboren und bereitet sich 2010 in dem selben Ort in den Abruzzen aufs Sterben vor. Dazwischen liegt ein hartes Leben, in dem sich die Entwicklung Italiens spiegelt. Der Held ist ein liebenswerter und eigenwilliger Kämpfer gegen alle Widrigkeiten.

Beate Hillmann

Dee Ernst: Wo, wenn nicht hier, Aufbau Taschenbuch, 12,00 €

Autorin Maggie leidet unter einer Schreibblockade. Zusätzlich bedrücken sie familiäre Sorgen. Ihr Verleger schickt sie zur Motivation und Inspiration nach Paris. Ein unterhaltsamer Frauenroman mit einer liebenswerten Heldin, der man von Herzen Glück und Erfüllung wünscht.

Charlotte McConaghy: Wo die Wölfe sind, S.Fischer Verlag, 22,00 €
Die Wissenschaftlerin Inti Flynn kommt nach Schottland, um Wölfe in den Highlands wiederanzusiedeln. Die zurückhaltende Einzelgängerin fühlt mit den wilden Tieren, erlebt intensiv die raue Natur und meidet den Kontakt mit der Zivilisation. Dafür hat sie auch gute Gründe. Als ein Farmer tot aufgefunden wird und eine Hetzjagd auf ihre Tiere beginnt, muss sie sich ihren Ängsten stellen.

 

Heike Krallmann

Bonnie Tsui: Warum wir schwimmen, Harper Collins, 22,00 €

Überleben, Wohlbefinden, Gemeinschaft, Wettkampf, Flow — Aspekte, warum wir schwimmen. Nicht jeder Mensch liebt und lebt das Schwimmen wie Bonnie Tsui.

Die Autorin verbindet Historie und Geschichten, besondere Persönlichkeiten, Orte und medizinisches Wissen über die Welt unterhaltsam und informativ. Ein besonderes Sachbuch für Liebhaber des Schwimmsports.

 

Clare Mac Cumhaill: The Quartet, Beck Verlag, 26,95 €

Lassen Sie uns die Philosophinnen Elisabeth Anscombe, Philippa Foot, Mary Midgley und Iris Murdoch während ihres Oxford-Studiums begleiten (zwischen Oktober 1938 und Mai 1956). Diese vier entwickelten eine neue Philosophie des Lebens, der Liebe und der Schönheit als Gegenmittel zum technischen und skeptischen Zeitgeist.

Man erfährt viel über das konservative Schul- und Studiensystem der 30er und 40er Jahre in England, einer Zeit, in der Frauen als Lehrende nicht ernstgenommen wurden. Trotzdem oder gerade deshalb wird eine aus dem Quartett Ludwig Wittgenstein beerben. Es ist ein faszinierendes Buch über Oxford während des zweiten Weltkrieges und gleichzeitig die Biografie von vier klugen und wegweisenden Frauen.

 

Helen Frances Paris: Das Fundbüro der verlorenen Träume, DTV, 15,95 €

Dot, Anfang 30, arbeitet im Fundbüro der Londoner U-Bahn und vergräbt sich aufgrund eines bitteren persönlichen Verlustes in die Arbeit. Ihre einzige Freude ist es, wenn sie jemanden einen vermissten Gegenstand zurückgeben kann. Als der bekümmerte ältere Mister Appleby ins Fundbüro kommt, der eine Tasche mit einem Andenken an seine verstorbene Frau darin verloren hat, setzt sie alles daran, Mr Applebys Tasche wiederzufinden.

Vielleicht findet Dot ja dabei auch wieder ihr Leben?

Eine bezaubernde, manchmal traurige Geschichte über das Verlieren, die Hoffnung und die Suche nach dem eigenen Glück.

Der Debütroman von Helen Frances Paris berührt und schafft einen eigenen Film im Kopf des Lesenden.

 

Sabine Piechaczek

Doron Rabinovici: Die Einstellung, Suhrkamp Verlag, 24,00 €

August Becker ist ein hochgerühmter und in der Fachwelt anerkannter Pressefotograf.

Wer, wenn nicht er, kann den Spitzenkandidaten einer rechtspopulistischen Partei mit einem treffenden Schnappschuss entlarvend darstellen.

Ein gesellschaftspolitischer Gegenwartsroman mit einem tragischen Helden, der sich die Hände schmutzig machen muss, egal, wie er sich verhalten wird. Der Wiener Autor schreibt mit Humor, großem Insiderwissen und führt seine Leserschaft mit Vergnügen in die Irre.

 

Jan Weiler: Der Markisenmann, Heyne Verlag, 22,00 €

Eine wohlstandsverwahrloste Kölner Göre hat richtig "Mist gebaut". Ihre Mutter schiebt sie deshalb während der Sommerferien ab nach Duisburg zu ihrem Exmann, dem leiblichen Vater der 15-jährigen Kim. Dieser schlägt sich mehr schlecht als recht als Markisenvertreter durchs Leben. So lernt die renitente Pubertierende zum ersten Mal den Ruhrpott (auch Gelsenkirchen!), ein Leben an der Armutsgrenze und einige liebenswerte, ehrliche und originelle Menschen kennen. Wie sich Kim und ihr "Versagervater" annähern, was sie noch in diesen 6 Wochen erlebt, ist berührend, amüsant und spannend zu lesen. 

 

Maxim Leo: Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße, Kiepenheuer & Witsch, 22,00 €

Michael Hartungs Videothek wirft nichts mehr ab; er ist sein bester Kunde. Ein Journalist findet bei der Durchsicht von Stasiakten heraus, dass dieser „Loser“ 127 Ostdeutschen die Flucht in den Westen ermöglich hat. Ein wahrer Held? Michael bestreitet das zunächst, aber Anerkennung, Geld und Ruhm sind doch sehr verlockend. Er gerät in aberwitzige Situationen, die Sache scheint ihm über den Kopf zu wachsen. Was wahres Heldentum ausmacht, das zeigt uns Maxim Leo mit diesem wendungsreichen, satirischen Großstadtmärchen.

 

Wolfgang Piechaczek

Kaja Malanowska: Nebeltage, Goldmann Verlag, 12,00 €

Zofia Wagner, eine junge Frau, wird in ihrer kleinen Wohnung in Warschau ermordet aufgefunden. Sie führte ein unauffälliges Leben und das Mordmotiv bleibt lange unklar.  Der machohafte Ermittler Marcin Sawicki und seine im bisher ausschließlich mit Männern besetzten Kommissariat neue Kollegin Ada Rochniewicz stochern im Nebel. Ein ungewöhnlicher und aufregender Krimi, der ein aktuelles Gesellschaftsbild des heutigen Polen wiedergibt. 

Sofi Oksanen: Hundepark, Kiepenheuer & Witsch, 23,00 €

In ihrem neuen Roman erzählt Sofi Oksanen vom Aufstieg und Fall ihrer Protagonistin Olenka. Erst mehr oder minder erfolgreiches Model in Paris, dann erfolgreiche Vermittlerin von Eizellenspenderinnen, Flucht aus der Ukraine und schließlich Putzfrau in Helsinki – ein spannender Roman, dessen Stärke die Vermittlung realer Verhältnisse in unterhaltsamer Form ist.

 

Andrea Reichelt

Daniel Huhn: Rückeroberung, Hoffmann & Campe, 22,00 €

Manfred Gans, Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie aus Borken, wird 1938 von den Eltern nach England geschickt, um dem Nazi-Terror zu entkommen. Er wird Teil einer englischen Eliteeinheit, die es ihm ermöglicht, direkt nach Kriegsende quer durch das zerstörte Deutschland zu fahren, um seine in Theresienstadt vermuteten Eltern zu finden. Mit seiner inzwischen in New York lebenden Jugendfreundin Anita hält er brieflichen Kontakt und erzählt ihr von seiner Reise ins „Herz der Finsternis“.

 

Lisa Quentin: Ein völlig anderes Leben, Goldmann, 20,00 €

Als die Mutter der ruhigen und introvertierten Jule stirbt, muss sie sich der Tatsache stellen, ganz allein zu sein, wäre da nicht das Wissen, dass es in ihrer frühen Kindheit auch einen Vater und eine Schwester gegeben haben muss. Ihr Versuch, endlich zu erfahren, warum das Verhältnis zu ihrer Mutter zeitlebens problematisch war und was damals vorgefallen ist, konfrontiert sie mit zutiefst erschütternden Fakten, die ihr die Chance geben, ihr Leben noch einmal neu zu (er-)finden.

 

Peter Wöhrl

Jonathan Lee: Der große Fehler, Diogenes, 20.00 €

Die Welt besteht aus Fehlern und Flickversuchen. Und manchmal aus seltsamen Missverständnissen. Andrew Green ist tot. Erschossen am helllichten Tag, an einem Freitag, dem 13.

Die sehr ungewöhnliche Lebensgeschichte des Andrew Green, der für die Architektur im New York des 19. Jahrhunderts eine beachtliche Rolle gespielt hat, ist die eine Geschichte.
Das Sittenbild, die Lebensverhältnisse, die weit verbreitete Armut, die Zwänge der Gesellschaft die andere.

 

Mathijs Deen: Der Holländer, mare, 20.00 €

Auf der letzten Patrouillenfahrt von Geeske Dobbenga finden sie und ihre Crew eine Leiche. Der Fundort der Leiche ist die Sandbank De Hond im Grenzgebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden und damit geht der Streit der Zuständigkeiten los.

Schnell wird klar, dass der Tote einer von drei bekannten Extremwattwanderern war und es kommen Fragen auf, warum die Gruppe diesmal nur als Duo unterwegs war. Für die letzte Wattdurchquerung vom ostfriesischen Festland bis nach Borkum mussten die Bedingungen perfekt sein.

 

 

 


 

Gregor Sander: Lenin auf Schalke,  Penguin Verlag 20,00 €

Der in Schwerin geborene Autor Sander soll den "Osten im Westen" erkunden. Gelsenkirchen scheint dafür das geeignete Forschungsobjekt zu sein. Seine Erlebnisse, Begegnungen und Betrachtungen während seines 3-monatigen Aufenthalts in dieser Stadt bilden die Grundlage dieses ehrlichen, klarsichtigen und auch amüsanten Romans.

 

 

 

 

 

 


Jan Weiler: Der Markisenmann, Heyne 22,00 €

Eine wohlstandsverwahrloste Kölner Göre hat richtig "Mist gebaut". Ihre Mutter schiebt sie deshalb während der Sommerferien ab nach Duisburg zu ihrem Exmann, dem leiblichen Vater  der 15-jährigen Kim. Dieser schlägt sich mehr schlecht als recht als Markisenvertreter durchs Leben. So lernt die renitente Pubertierende zum ersten Mal den Ruhrpott (auch Gelsenkirchen!), ein Leben an der Armutsgrenze und einige liebenswerte, ehrliche und originelle Menschen kennen. Wie sich Kim und ihr "Versagervater" annähern, was sie noch in diesen 6 Wochen erlebt, ist berührend, amüsant und spannend zu lesen. 

 

 


Annika Büsing: Nordstadt, Steidl 20,00 €

Annika Büsing arbeitet als Lehrerin in Bochum. Dort spielt auch ihr erster Roman.

Im Stadtnorden begegnen sich die traumatisierte Einzelgängerin Nene und Boris, ein wegen seiner Kinderlähmung ausgegrenzter junger Mann. Sie arbeitet als Bademeisterin in dem Schwimmbad, das er zuweilen besucht.

Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, klar und einfühlsam erzählt. Da ist kein Wort zuviel, dafür gibt uns dieser kleine feine Debütroman viel zu denken.


Hilmar Klute: Die schweigsamen Affen der Dinge, Galiani, 22,00 €

Im Ruhrgebiet der siebziger Jahre erlebt Henning als Arbeiterkind Ausgrenzung und Abwertung. Lesen ist seine Leidenschaft und der Schlüssel zu Bildung und Aufstieg. Auch als erfolgreicher Journalist und anerkannte intellektuelle Größe in Berlin empfindet er seine proletarische Herkunft noch immer als Makel. Nach dem Tod seines Vaters stellt er sich seiner Vergangenheit und kommt zu neuen Erkenntnissen.

Ein ehrlicher, bewegender Lebensroman!


Mirjam Munter: Mord und Wischmopp, Ullstein 10,99 €

Der erste Fall für Putzfrau Pamela Schlonski, die neue Ermittlerin im Ruhrpott

Mit der Putzfirma Sauberzauber hat sich die resolute Frau Schlonski selbstständig gemacht. Beim Reinigen der Vereinsräume des heimischen Fotoclubs entdeckt sie den ermordeten Vorsitzenden. Der spröde Ermittler Kommissar Lennard Vogt ermittelt und muss erkennen, dass die toughe und gewitzte Pamela eine wertvolle Unterstützung ist.

Die Journalistin und Autorin Mirjam Müntefering hat unter Pseudonym diesen originellen und humorvollen Ruhrgebietskrimi geschrieben.

 

 

 

 

 


Tanja Janz: Willkommen in St. Peter-(M)Ording, Ullstein, 9,99 €

Die Gelsenkirchener Autorin Tanja Janz hat sich mit Kinder-, Jugendbüchern und vor allem ihren charmanten Unterhaltungsromanen, die in St. Peter Ording spielen, eine treue Fangemeinde erschrieben. Mittlerweile ist sie in den Olymp der Spiegelbestsellerautor*innen aufgestiegen. Nun ist der geliebte Kurort Schauplatz ihres ersten Kriminalromans.

Ilva Feddersen tritt ihre Lehramtsstelle an der Nordsee an und stolpert in den Dünen über eine Leiche. Verdächtigt wird ihre Jugendliebe und Ermittler ist ausgerechnet ihr Polizistenbruder. Was für eine verzwickte Situation! Die junge Pädagogin begibt sich auf Mörderjagd und damit in Lebensgefahr.

Ein amüsanter, spannender Küstenkrimi, gewürzt mit Liebe, Keksen und einer Prise Gelsenkirchen - macht Lust auf MEER/mehr!